Track #8 - The Number of the Beast (Lost Abbey)

Lost Abbey

Heute gibt's mal was Besonderes. Das "Track #8" (The Number of the Beast). Hinter diesem ominösen Namen verbirgt sich nichts Geringeres als ein mächtiges Quadrupel, gebraut mit Rosinen, Zimtstangen und getrockneten Chilis.

Ach, in Bourbon Fässern wurde das Ganze auch noch gelagert. Und dass dahinter eine der besten Craft Brauereien der USA steckt, sei auch noch erwähnt. Lost Abbey aus San Marcos, Kalifornien ist ein Ableger der berühmten Port Brewing Company. Bei Lost Abbey konzentriert man sich auf belgische Bierstile, fassgereifte Biere und Sauerbiere. Was ich bei Lost Abbey Bieren extrem cool finde, sind die kleinen Kurzgeschichten auf dem Rückenetikett. Oft handelt es sich dabei um düstere Legenden oder skurrile Erzählungen, die jedem Bier noch mal eine besondere Note geben.

So auch beim "Number of the Beast": Hier lesen wir die Geschichte des jungen Damian, dem bösen Bruder des braven Johnny B. Goode. Damian wird von seiner religiösen Lehrerin gebeten, die Wurzel aus 443.556 zu bilden. Als dieser ohne zu zögern "666" an die Tafel schreibt, weiß die Lehrerin mit wem sie es zu tun hat. "Sister Mary Hightower never returned to work". So, genug der einleitenden Worte. Probieren wir das Teufelszeug...

Ins Glas ergießt sich ein öliges, kastanienbraunes, blickdichtes Bier. Der mittelporige Schaum ist eigentlich nicht erwähnenswert, da er binnen Sekunden auf mysteriöse Weise verschwindet (als würde er vom unheimlichen Gebräu davonrennen, um seine sowieso schon verlorene Seele zu retten). Die Nase ganz vorsichtig ans Glas geführt...und... hau ab, ey. Was ist das denn bitte? Schokoladenkekse mit Unmengen Zimt und Rosinen, getränkt in Vanillesauce und Whiskey?! Ja bitte!! Wir haben es hier eindeutig mit einem dieser Biere zu tun, bei denen das Riechen allein schon reichen würde. Ich. flipp. aus. Der erste Schluck ist absolut umwerfend. So viel Bourbon, Zimt, Ingwer, Schokolade und purer Alkohol (13.7 %) auf einmal, dass einem fast schwindlig wird. Das Mundgefühl ist extrem cremig-moussierend, die Kohlensäure perfekt dosiert. Der Abgang (in die ewige Verdammnis) ist einfach nur heftig, sämtliche Aromen bleiben an Gaumen, Zunge und Rachen kleben und verweilen dort sehr, sehr lange. Der hohe Alkoholgehalt wärmt ordentlich von innen und macht das "Track #8" zum perfekten Weihnachtsbier. Gut, thematisch passt's jetzt nur entfernt zu Weihnachten aber geschmacklich umso mehr!

Fazit: Eines der besten Biere, die ich dieses Jahr getrunken habe. 10 Punkte. Punkt. Gesamtnote: 10 von 10 Punkten Brauerei: Lost Abbey / Port Brewing Bierstil: Quadrupel Stammwürze: 666 IBU: 666 Alkohol: 13.7% (Ja, 13.7%) Hopfen: Leviathan, Lucifer, Beelzebub Malz: Devil's Barley Hefe: obergärig Getestet von: Michael Schmidt Musik bei Verkostung: Iron Maiden (Number of the Beast)