Kilian Küsters zum Thema "Bier richtig lagern"

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Je besser das Bier, desto wichtiger die Frage nach der richtigen Lagerung. Wie kühl muss es sein? Stehend oder liegend? Wann läuft Bier ab? Diese Fragen kann am besten jemand beantworten, der täglich mit der Lagerung großer Mengen Bier zu tun hat. Wir haben deshalb Kilian Küsters, Besitzer eines kleinen, feinen Craftbeer-Shops in Karlsruhe namens "Bier." gebeten, sein Experten-Wissen mit uns zu teilen.

1. Sollte man Bier stehend oder liegend lagern?

Prinzipiell sollte man Bier stehend lagern, da zwischen der Bieroberfläche und dem Kronkorken eine Schutzschicht aus CO2 entsteht, die das Bier vor der Außenwelt schützt.

2. Muss Bier kühl gelagert werden bzw. muss es in den Kühlschrank?

Bier sollte bei einer konstanten Temperatur von ca 8-10 Grad gelagert werden. Ein kühler Keller ist dafür meist ausreichend.

3. Was macht UV-Strahlung mit Bier?

Vor allem bei hopfenbetonten Bieren hat die UV-Strahlung  einen Einfluss. Einige im Bier enthaltene Alphasäuren wandeln sich durch UV-Strahlung in 3-Methyl-2-buten-1-thiol um, welches dann einen ranzigen Fehlgeschmack hervorrufen kann.

4. Welche Bierstile gewinnen mit der Zeit an Qualität, welche verlieren eher (Thema Lagerungsfähigkeit)?

Generell sind alkoholreiche und malzbetonte Biere (Imperial Stout, (Doppel-)Böcke,..) bessere Kandidaten für eine lange Lagerung als leichte oder hopfenbetonte (IPA, kaltgehopfte Lager, Pils..). Während sich bei hopfenbetonten Bieren das Hopfenaroma stark wandelt und die fruchtigen Aromen nachlassen, gewinnen Imperial Stouts &Co. an Charakter.
Weitere lange lagerbare Biere sind auch gerne bei unseren belgischen Nachbarn zu finden. So gibt es einige Sauerbiere, die gerne ein paar Jahre im Keller verweilen können und auch Triple und Quadruple sind gute Anwärter für den Bierkeller.

Als Faustregel gilt: starke Biere (Alkoholgehalt über 7%), die nicht hopfenbetont sind, dürfen gerne in den Keller.

5. Wie ernst muss ich das MHD auf dem Etikett nehmen bzw. wie merke ich, dass mein Bier wirklich nicht mehr gut ist?

Das MHD ist, wie der Name schon sagt, das Mindest-Haltbarkeitsdatum. Es sagt nicht, dass das Bier danach schlecht ist, sondern gibt an, wie lange der Brauer sagt, dass das Bier noch so schmeckt, wie es soll.
Schlecht ist es danach meist nicht, es ist eventuell nur nicht mehr so geschmackvoll. 
Dass ein Bier wirklich nicht mehr gut ist, merkt man recht schnell und auch recht unkompliziert: es riecht ranzig und wenn man einen Schluck nimmt, wird dieser einem schon sagen, dass man das Bier besser nicht trinken sollte.

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Kilian Küsters von Bier.

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