Der Mann hinter den Pax-Labels: 5 Fragen an Christian Krank

Pax Bräu

Die Biere von Pax-Bräu aus dem fränkischen Oberelsbach sind schon etwas Besonderes. Das liegt zum einen an der kompromisslosen 1-Liter Flasche und sicher auch am hochqualitativen Inhalt. Mindestens genauso ungewöhnlich sind aber die abgefahrenen Etiketten, die einem sofort ins Auge springen. Wir haben den Mann befragt, der für das Artwork bei Pax zuständig ist: Christian Krank.

Wie kam die Zusammenarbeit mit Andreas Seufert bzw. Pax Bräu zustande?

Andreas und ich kennen uns schon seit wir Kinder waren. Wir haben zusammen Spielplätze und später Jugendzentren unsicher gemacht. Wir haben in einer Punkband zusammen gespielt und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mit  Andreas auch mein erstes Bier getrunken habe.
Ich erinnere mich an sein erstes selbstgebrautes Bier, bei dem man schon beim daran Riechen betrunken war und Andreas war auch der erste, der mir Bier außerhalb der Pils- und Weißbierwelt offenbart hat, als in Deutschland noch keiner das Wort „Craftbeer“ gekannt hat. Uns verbindet also eine jahrzehntelange, gemeinsame Geschichte.

Wie sieht der Entstehungsprozess eines Pax-Labels aus?

Andreas kommt gegen Herbst mit den Ideen zum neuen Kalender zu mir (Anmerkung: Pax-Bräu veröffentlicht jedes Jahr einen Bierkalender mit 12 verschiedenen Monatsbieren). Zu manchen seiner neuen Kreationen erörtert er mir beispielsweise den historischen Hintergrund (wie beim IPA, dem 400 Jahre Reinheitsgebot Bier oder dem Grätzer).
Bei seinen Brauspezialitäten wie der Rhabarber Hibiskus Gose oder dem Ingwer Bock ist es für Andreas wichtig, dass die Zutaten auf dem Etikett zu erkennen sind. Bei bestimmten Bieren habe ich oft eine feste kreative Richtung, in die ich gehen möchte.
Die Etiketten der Biere mit den Edelsteinhopfensorten sind beispielsweise in einer Fantasywelt, mit Figuren die Hopfen- und Getreideköpfe haben, angesiedelt. Bockbiere haben meistens Hörner auf dem Etikett. Für Biere mit asiatischen Zutaten gibt es ein Etikett mit einem Kung-Fu Meister oder einer Manga-Katze.
Ich versuche dann, das ganze für mich optisch ansprechend zu verpacken. Dann mache ich  eine digitale Skizze und maile sie Andreas, der Verbesserungsvorschläge anbringt, wenn er welche hat. Ich drucke dann das skizzierte Linework aus und zeichne das Ganze mit schwarzer Tusche ins Reine. Die Zeichnung scanne ich dann ein und coloriere das Ganze noch am Rechner. Manche Werke, wie das Rubin Pilsner und das Basislager sind auch komplett digital erstellt.
Andreas lässt mir sehr viel kreativen Spielraum und das macht das Ganze zu einem großen kreativen Genuss.

Bist du selbst Biertrinker? Wenn ja, welche Biere begeistern dich?

Ja, ich trinke gerne Bier. Jedoch relativ selten und dann fast nur Craftbeer. Pils und Weißbier langweilt mich. Ein leichtes, fruchtiges IPA wie beispielsweise das Detox von Crew Republic oder das alkoholfreie Ü.NN IPA sind meine aktuellen Favoriten. Mein Pax Bräu Favorit ist das „From Asia with Love“ und das Rhöner Pale Ale.

Dein Stil ist meistens düster und brachial. Woher kommt dieser Hang zur
dunklen Seite?

Lustigerweise versuche ich meist sogar bei den Pax Etiketten, das Ganze relativ „kommerziell“ und freundlich zu gestalten. Meine anderen Werke, wie mein „Tales of Dead Earth“ Comic oder mein aktuelles Comicprojekt „The Wtch“ sind viel düsterer und dreckiger als meine Pax Bräu Etiketten. Wahrscheinlich brauche ich das Ausleben meiner dunklen Seite im Kreativbereich, wie beim Zeichnen oder mit meiner Band „Phantom Winter“, um in meinem normalen Leben ein entspannter, fröhlicher Mensch zu sein. Die dunkle Seite der Macht ist halt stark in mir.

Welches deiner Pax-Labels ist dein persönlicher Favorit und warum?

Das pflügende Pferd vom Pax Bräu Märzen, inspiriert  durch die kommunistischen Propaganda-Plakate, ist und bleibt mein Favorit. Es war eines der ersten Etiketten und hat meiner Meinung nach durch seine Einfachheit eine unglaubliche Power. Es trifft die Pax Bräu Philosphie auf den Punkt und hat mir geholfen, meinen „Pax Bräu Style“ zu finden.

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Christian Krank  ist Illustrator und Comiczeichner aus Würzburg. Er zeichnet neben den Pax Bräu Etiketten gerade an einem neuen Comic namens „the Wtch“ und singt in der Metalband Phantom Winter.


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