5 Fragen zum Thema "Tripel" mit Martin Simion

Belgisch Tripel von Camba

Martin Simion ist Braumeister bei der Camba in Truchtlaching/Seeon und kennt sich nicht nur mit deutschen Bierstilen bestens aus (obwohl er ursprünglich Österreicher ist). Martin war so nett, uns fünf Fragen zum belgischen Bierstil "Tripel" zu beantworten:

1. Was genau zeichnet den belgischen Bierstil „Tripel“ aus?

Das "Tripel" oder "Triple" ist ein belgisches Starkbier, das anfangs nur von den Trappisten gebraut wurde. Es ist strohgelb bis Kupferfarben, hat etwa 8-10 % Alkohol, ist sehr zurückhaltend gehopft und wird aromatisch von der verwendeten Hefe dominiert: Gewürznelke, Citrusnoten oder auch reife Banane. Normalerweise recht stark karbonisiert und gleichzeitig trocken.

2. Worin liegt der Unterschied zum Dubbel und Quadrupel?

Was man mit Sicherheit sagen kann: Das Triple ist stärker als das (dunklere, kastanienbraune) Dubbel. Alles darüber hinaus ist Spekulation. Haben die Trappisten versucht, mit einem Einfach-Bier (für den Eigengebrauch, wie etwa das "Petit Orval"), einem Dubbel und dem Tripel die Dreifaltigkeit "nachzubrauen"? Wurden die Biere (Tanks, Fässer) einfach mit X, XX (Dubbel) und XXX (Tripel) gekennzeichnet?

Quadrupel würde ich nicht als eigenen Bier-Stil bezeichnen. Nach dem "La Trappe Quadrupel" wurde dieses noch stärkere, dunkle Bier einfach immer wieder von belgischen und amerikanischen Brauereien nachgebraut, bis sich der "Stil" verselbständigt hat.

3. Welche Speisen würdest du zu einem Tripel servieren?.

Definitiv Käse. Belgische und französische Blauschimmel. Würziger, gereifter Hartkäse. Karamellisierte, intensive Desserts, wie Crème brûlée. Generell sollte man das Tripel mit deftigen, intensiven Speisen kombinieren. Das kann gebraten (Steak), fett (Gans) oder aber auch stark Gewürztes sein. Selbst Asiatisch (Thai Curry) würde ich nicht ausschließen.

4. Wie sieht für dich das perfekte Tripel-Rezept aus? Was gehört rein?

Pilsnermalz, Pilsnermalz, Pilsnermalz. Zucker (wenn erlaubt!) hilft das Bier schlank und hell zu halten. Hopfensorten wie Styrian Goldings, Strisselspalt, wie sie wohl auch von den Trappisten verwendet werden. Definitiv eine passende, belgische Hefe, die die gewünschten Phenole und Ester produziert (Da gibt es mittlerweile ja eine Vielzahl von Stämmen, auf die auch Hobbybrauer zurückgreifen können). Bei der Gärtemperatur kann man ruhig weiter nach oben gehen (20-25 °C) und sollte eine ausreichend lange Lagerzeit einplanen.

5. Welche Vertreter dieses Bierstils würdest du Einsteigern empfehlen?

Klassischer Einstieg und relativ einfach zu bekommen: Westmalle, Chimay, Tripel Karmeliet und generell alle belgischen Tripel. Aber auch die noch recht selten zu findenden säkularen Tripel z.B. "Camba belgisch Triple" (Bier des Monats Januar 2017) ;)