5 Fragen an Georg Schneider

Georg Schneider

Als es darum ging, einen Interviewpartner zum Thema "Weißbier" zu finden, mussten wir nicht wirklich lange überlegen: Georg Schneider ist für uns der unumstrittene Weißbier-Papst und leitet die 1872 gegründete "Weisses Bräuhaus G. Schneider & Sohn GmbH" in sechster Generation. Georg Schneider war so nett, uns 5 Fragen zum Kult-Bierstil der Bayern zu beantworten.

1. Bayern und Weißbier gehören untrennbar zusammen. Warum hat sich dieser Bierstil ausgerechnet bei uns so stark entwickelt?

Das hängt mit der bayerischen Geschichte und dem bayerischen Weißbiermonopol zusammen. Fast 400 Jahre durften nur die bayerischen Herzöge Weißbier brauen und diese setzten ihr Monopol tatkräftig durch. Dabei wurde aber auch stets auf Qualität geachtet und so entwickelte sich großes Erfahrungswissen um die Weißbierherstellung. Erst unter König Ludwig dem II. wurde das Weißbierbraurecht verkauft und Georg Schneider I konnte dieses Recht als erster bürgerlicher Braumeister erwerben. Dies war in einer Zeit, als Weißbier gar nicht mehr in Mode war, doch Georg I hat fest ans Weißbier geglaubt und der Erfolg gab ihm Recht.

2. Egal ob Eisbock oder TapX Serie: Schneider geht mit seinen Weißbieren immer wieder auch experimentelle Wege. Wo wird die Reise in Zukunft noch hingehen?

Die Lust am Entdecken steckt im genetischen Code der Familie Schneider und der Schneider Braumeister. Es ist spannend, welche Geschmacksvielfalt man mit nur vier Rohstoffen darstellen kann. Wo die Reise hingeht kann ich nicht genau sagen, aber ich weiß, dass es noch viele Überraschungen, vor allem für mich, geben wird.

3. Was gilt es beim Brauen eines Weißbieres zu beachten bzw. welche Fehler sollten vermieden werden?

Weißbier ist ein obergäriges Bier und die obergärige Hefe neigt zur Bildung von Frucht- und Gewürzaromen. Ein gutes Weißbier zeichnet sich durch die Gesamt Ballance zwischen Malzkörper, Fruchtigkeit und Hopfennote aus. Die Betonung nur eines einzigen Aspektes lässt das Bier plump erscheinen.

4. Sieht sich Schneider als Craft-Brauerei? Ist dieser Begriff für Sie überhaupt relevant?

Wir sehen uns als Genussbrauer; handwerklich haben wir immer schon gebraut. So halten wir an der klassischen offenen Gärung fest, führen die zweite Gärung in der Flasche oder im Fass durch und machen unsere Weißbiere nicht durch scharfe Filtration oder Pasteurisierung zu „Dauerkonserven“. Das ist aufwändig, bedeutet sorgfältigste Arbeit, dient aber zu 100% einem außerordentlichen Geschmackserlebnis.

5. Mal abgesehen von Schneider-Bieren: Was trinken Sie sonst gerne und warum?

Ich probiere wahnsinnig gerne Bier und wenn ich unterwegs bin, versuche ich immer das lokale Bier zu trinken. Das sagt sehr viel über die Menschen die in der Region leben, sagt aber auch viel über historische Gegebenheiten und es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Und es gibt so viele Braumeisterkollegen, die einfach ihr Handwerk perfekt beherrschen und einen tollen Job machen.

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Mehr Infos zum Bierstil "Weißbier" gibt es natürlich bei uns! >>