5 Fragen an Finne

Finne Brauerei

"Eine Finne, bitte." – Wetten, dass 99% der Deutschen nicht wissen, was das bedeutet? Wir wussten es bis vor kurzem auch nicht. Bis wir die Jungs der Finne Brauerei aus Münster gefragt haben. Jetzt wissen wir's.

1. Könnt ihr uns Bayern erklären, was eine Finne ist? Finne bedeutet auf Masematte, der Geheimsprache Münsters, Flasche oder Glas Bier. Alt eingesessene Münsteraner benutzen das Wort noch heute unabhängig von uns, wenn sie ein Bier bestellen. Jetzt fangen auch die jungen Leute an, wieder eine Finne zu bestellen, vornehmlich wenn Sie unser Bier trinken wollen. ☺

2. Wie sieht es denn in Münster mit der Bierkultur aus? „Bierstadt Münster“ hört man jetzt eher selten. Ja, das stimmt. Münster hinkt etwas hinterher. Obwohl es einmal eine florierende Bierstadt mit über 100 kleinen Brauereien war. Pinkus Müller als bekanntester Biervertreter aus Münster hat die Fahnen lange alleine hochhalten müssen. Jetzt sind es mit uns wieder vier Brauereien, die Kreativität und Vielfalt in die Bierszene bringen. Bier wird mehr und mehr ein Thema in der Stadt. Bald findet die 1. Münsteraner Bierwoche „Bier im Quartier“ statt. Das ist ein tolles Event, bei dem an elf Orten in Münster verschiedenste Themen rund um das Bier aufgegriffen werden.

3. Ihr habt euch offensichtlich dafür entschieden, euch im Craftbeer-Markt mit Biobier zu positionieren. Welche Motivation steckt dahinter? Sind damit auch Herausforderungen verbunden? Gibt es beispielsweise manche Malz- und Hopfensorten gar nicht in „bio“? Es gibt da verschiedene Aspekte, die uns motivieren. Wir finden, dass ein hochwertiges Craft Beer aus den hochwertigsten Rohstoffen gebraut werden sollte. Das sind aus unserer Sicht ganz klar Rohstoffe aus biologischem Anbau. Zudem sehen wir das Thema „Nachhaltige Produktion“ als entscheidend für die Zukunft unserer Gesellschaft an. Zwei zentrale Herausforderungen stellen sich dabei immer wieder. Für uns sind nicht alle Hopfensorten in Bio so verfügbar, wie wir sie für manche Biere benötigen würden. Zudem sind die Rohstoffpreise teilweise doppelt so hoch wie Preise für konventionell angebaute Rohstoffe. Das Angebot ist aber trotzdem ausreichend, um verschiedene kreative Bio Craft Biere in kleinen Mengen herzustellen.

4. Wo bezieht ihr eure Rohstoffe? Ist euch Regionalität auch wichtig? Generell gilt, dass wir Rohstoffe so regional wie möglich beziehen wollen. Unser Hopfenlieferant des Vertrauens ist der Biohof Friedrich aus der Fränkischen Schweiz. Hier versuchen wir soviel wie möglich zu beziehen. Wir verwenden aber auch Hopfen aus Übersee, um soviel wie möglich Hopfenvielfalt in unsere Produkte zu bekommen. Unser Malz bekommen wir zum Großteil von Weyermann aus Bamberg. Um uns hier regionaler aufzustellen, sind wir gerade mit einem lokalen Bio-Bauern in Gesprächen. Er möchte spezielle Gerste und vor allem alte Gerstensorten für uns anbauen, die aktuell nur noch selten oder gar nicht mehr auf dem Markt zu haben sind. Solche regionalen Kooperationen machen Spaß. In unserer Brauerei in Münster haben wir für unsere Gäste ein kleines Speiseangebot. Hier beziehen wir Käse, Wurst und Backwaren von Bio-Herstellern aus dem Raum Münster.

5. Welche Tipps würdet ihr jungen Gründern einer Craftbeer-Brauerei in Deutschland mit auf den Weg geben? Was muss man beachten, was sollte man vermeiden? Neben dem Essenziellen ein gutes Bier brauen zu können, ist es wichtig, den Markt zu verstehen und sich im Vorfeld bewusst zu sein, welche Investitionen und welcher Zeitaufwand in den einzelnen Bereichen einer Brauerei auf einen zu kommen. Zudem ist es enorm wichtig eine Vorstellung davon zu haben, wen ich mit meinen Bieren erreichen will und wie ich die Leute erreiche. Ein gutes Produkt zu haben, reicht nicht aus. Uns hat es am Anfang sehr geholfen, mit vielen unterschiedlichen Personen aus der Bierbranche zu sprechen und ihr Wissen aufzusaugen. Vermeiden sollte man, den Anspruch zu haben, alles alleine zu machen. Das frisst einen auf. Ein guter Plan, was man wie in drei Jahren schaffen möchte und ein Team, auf das man vertrauen kann, sind zentrale Erfolgsfaktoren.

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