Was ist ein Ale?

In Deutschland wird der Begriff Ale fälschlicher Weise oft mit Bier gleichgesetzt. Tatsächlich ist das Ale nur eine von zwei übergeordneten Unterklassen vom Bier. Hierunter fallen das Lager und das Ale.

Das Ale ist ein obergäriges Bier. Das bedeutet, dass alle Biere, die obergärig vergoren werden, als Ale bezeichnet werden dürfen.
Die bekanntesten Vertreter dieser Bier-Gattung sind das Pale Ale und das India Pale Ale. Das Pale Pale ist ein helles Ale (pale ist die englische Bezeichnung für hell), da es vorwiegend mit hellem Malz (pale malt) gebraut wurde. Das India Pale Ale ist grundsätzlich ein stärker gehopftes Pale Ale, das Beiwort India bezieht sich auf die Herkunft dieses Ales, da das India Pale Ale (kurz IPA) für die Überfahrt von England nach Indien stärker gehopft wurde, um es aufgrund der konservierenden Wirkung des Hopfens haltbarer für die lange Schifffahrt zu machen (nähere Informationen zu dem Bierstil IPA gibt es hier).

Typische Ales und Lagerbiere

Ales

Lager

Pale Ale Schwarzbier
India Pale Ale Dortmunder
Red Ale Bockbiere
Weizenbier/ Weissbier Helles
Dubbel Märzen
Tripel Pilsner
Quadrupel  
Amber Ale  
Lambic  
Gueuze  
Saison  
Oud Bruin  
Flanders Red Ale  
Berliner Weisse  

 

Expertenwissen: Der Unterschied zwischen ober- und untergärig


Als zweite übergeordnete Kategorie steht dem Ale das Lager entgegen, das alle untergärigen Biere umfasst. Ein Vergleich der Kategorien Lager und Ale hinsichtlich Aromaprofil oder Optik ist nicht sinnvoll, da komplett unterschiedliche Bierstile jeder einzelnen dieser beiden Kategorien zugeordnet werden können. So ist beispielsweise das Pale Ale oder das India Pale Ale ein sehr hopfenbetontes Bier, ein Porter oder Stout, auch beides obergärige Bierstile und somit Ales, haben ein stark malzbetontes Aromaprofil mit grundsätzlich geringen Hopfennoten.

Betrachtet man isoliert die obergärige Hefe sowie die untergärige Hefe lässt sich sagen, dass die obergärige Hefe mehr Gärungsnebenprodukte entwickelt als die untergärige Hefe. Das liegt an den unterschiedlichen Temperaturen, bei denen beide Hefestämme arbeiten (untergärige Hefe arbeitet etwa zwischen  5 bis 9 Grad Celsius, obergärige Hefe zwischen 15 bis 27 Grad Celsius).
Durch Gärungsnebenprodukte ist das Aromaprofil des Bieres etwas komplexer. Werden zwei vergleichbare Biere gebraut, beispielsweise ein Pale Ale und ein gehopftes Pilsner, so fällt auf, dass das Aroma des Pilsner meist klarer und definierter ist als die des Ales.