Polaris Hopfen: Das „Gletschereis“ der Hüller Hopfenzüchtung

Polaris ist ein deutscher Hallertauer Aromahopfen der zeigt, dass eine klassische Definition eines Aromahopfens im Sinne eines relativ geringen Gehalts an Alphasäuren und eines hohen Gehalts an Aromaölen nicht immer stimmen muss. Der Anteil an Alphasäuren ist beim Polaris Hopfen nämlich mit über 18 Prozent so hoch, dass er dementsprechend den Bitterhopfen zugeordnet werden müsste. Auf der anderen Seite ist der Anteil des Gesamtöls mit 4,0 bis 4,0 ml pro 100 Gramm ebenfalls sehr hoch, und verleiht dem Bier ein hervorragend fruchtiges Aroma. Im Vergleich zu Cascade, der sich vor allem in der amerikanischen Craft Beer Szene aufgrund seiner fruchtigen Aromen äußerster Beliebtheit erfreut, verleiht Polaris dem Bier ein intensiveres zitrusartiges und vor allem ein noch intensiveres fruchtiges Aroma.

SHIPA Polaris von Kehrwieder

SHIPA Polaris von Kehrwieder - gebraut mit dem Aromahopfen Polaris. Darüber hinaus ist Polaris durch eine weitaus intensivere würzige Note im Trunk charakterisiert. Die Einzigartigkeit dieses Hopfens wird aber durch eine Note von Minze bestimmt, die dem Bier eine angenehme und interessante Frische verleiht. Sehr wahrscheinlich stammt auch daher die Namensgebung, die sich an das ewige Eis der Polarkreise anlehnt. Angesichts des minzartigen Aromas eignet sich Polaris sehr für experimentelle Biere, insbersondere für India Pale Ales (IPAs). Ebenso wie der amerikanischen Hopfen Simcoe, der ebenfalls hohe Alphasäurewerte hat, ist der Polaris Hopfen fürs Hopfenstopfen geeignet, da sich bei niedrigeren Temperaturen zwar die Aromaöle lösen, nicht aber in zu hohem Maße die Bitterstoffe. Bislang findet sich der Polaris Hopfen erst in wenigen Bieren wieder. Wer das spezielle Aromaprofil erfahren möchte, dem ist das SHIPA Polaris der Brauerei Kehrwieder zu empfehlen.