Eisbock selber machen

Die Geschichte des Eisbocks

Der Legende nach hat ein fränkischer Brauergeselle im Winter 1890 Fässer mit Bockbier versehentlich im Freien vergessen. Über Nacht gefror das Bier zum Großteil. Der Meister war nicht sehr glücklich über die Angelegenheit und bestrafte den Gesellen, indem er diesem befahl, den Eisblock zu zerschlagen und die übrig geblieben Flüssigkeit zu trinken. Überraschenderweise war diese Flüssigkeit richtig lecker, der Geselle extrem betrunken und der Eisbock war geboren.

Warum der Eisbock so stark ist

Was war an diesem besagten Wintertag 1890 genau passiert? Zuerst einmal war ein an sich schon starkes Bier aufgrund der niedrigen Temperaturen gefroren. Hier muss jedoch betont werden, dass nicht das komplette Bier gefriert. Reiner Alkohol, sprich Ethanol, hat nämlich einen Gefrierpunkt von -114°C. Unter normalen Gefrierbedingungen nimmt das verdünnende Wasser also eine feste Form an, während das hochprozentigere Alkohol-Zucker-Gemisch flüssig bleibt und extrahiert werden kann. Der Alkoholgehalt eines Eisbocks ist somit immer stärker als das Ausgangsprodukt.

Eisbock selber machen - So geht's

Für eine Brauerei ist es nicht ganz unaufwendig, große Mengen Eisbock herzustellen. Zu Hause sieht das Ganze schon wesentlich einfacher aus. In 4 Schritten zum Eisbock:

  1. Befülle eine 0.75 Liter PET-Plastikflasche zu ca. 80% mit Bier und verschließe diese gut. Es empfiehlt sich, hier schon mit einem relativ starken Bockbier zu arbeiten, da das Resultat dann umso schwerer und stärker wird. Wir haben gute Erfahrungen mit dunklem Doppelbock, Weizenbock, Quadrupels und Stouts gemacht.
  2. Gib die gefüllte Plastikflasche für 12 Stunden ins Gefrierfach. Für ein perfektes Ergebnis solltest du die Flasche ab und zu drehen, damit das Bier gleichmäßig gefriert.
  3. Wenn das Bier schön durchgefroren ist, stelle die geöffnete PET-Flasche vorsichtig kopfüber auf ein Bierglas und stelle sicher, dass die Konstruktion nicht umkippt.
  4. Warte, bis genügend Eisbock in dein Glas getropft ist.
  5. Prost!

Eisbock selber machen

Berühmte Vertreter des Eisbock

Wer sich Eisbock kaufen will, hat es in Deutschland nicht allzu schwer. Vor allem in Süddeutschland gibt es einige Brauereien, die sich mit dem Thema Eisbock beschäftigen. Manche haben sich sogar darauf spezialisiert. Nennenswert ist an dieser Stelle Georg Tscheuschner aus Gunzenhausen, der mit seinem Schorschbock 57 den stärksten Eisbock der Welt herstellt. Die 57 im Namen steht übrigens tatsächlich für ganze 57% vol. (Hier geht's zum Interview mit Georg Tscheuschner).

Schorschbock

Ein weiterer berühmter Eisbock ist der Aventinus Eisbock von Schneider. Mit 12% vol. ist dieser nicht ganz so extrem, wie beispielsweise der Schorschbock 57, kann aber trotzdem als echtes Schwergewicht bezeichnet werden. Dieses Bier eignet sich hervorragend zum Dessert und sollte nicht in großen Mengen konsumiert werden. Unser Interview mit Georg Schneider gibt es hier >>

Aventinus Eisbock von Schneider