Bierglasformen

Bierglasformen

Welches Glas passt zu welchem Bier?

Wie auch beim Wein, empfiehlt es sich beim Bier, das richtige Glas zum jeweiligen Bier zu wählen. Manche Gläserformen sind für bestimmte Bierstile wie gemacht, während andere Gläser mit gewissen Bieren einfach nicht funktionieren.

Neben der richtigen Glasform gilt: Ein Bierglas sollte sauber sein (was neben naheliegenden hygienischen Gründen auch der Schaumstabilität zugute kommt) und dem Aroma genügend Raum bieten, also bauchig genug sein und genügend Platz bieten, um die Nase hineinzuhalten.

 

Unser Überblick über unterschiedliche Biergläser und die dazu passenden Bierstile soll eine erste Orientierung bieten.

Teku

Teku Glas

Das Teku-Glas von Rastal mit seiner eleganten, konischen Erscheinungsform gilt vor allem unter Biersommeliers als DAS Verkostungsglas. Sein dünner Stiel und der bauchige Körper mit der nach oben hin enger werdenden Öffnung eignen sich quasi für jeden denkbaren Bierstil, da die Aromen hier ideal gebündelt werden. Der Teku-Pokal fasst 425 ml.

Trappistenkelch

Trappistenkelch

Die meisten belgischen Biere bestechen durch eine komplexe Aromatik und schreien förmlich nach rundlichen Kelchen, die das Schwenken und Riechen erleichtern. Dies gilt für schwere, dunkle, fassgereifte Biere genauso wie für spritzige Lambics mit wilder Hefe und Frucht. Der Trappistenkelch hat oft einen breiten, fast massiven Stil und einen schalenförmigen, weit geöffneten Körper, wobei die Details hier stark variieren. Das Bier kann im Trappistenkelch wunderbar atmen, verliert aber auch relativ schnell an CO2. Dieser Effekt ist bei vielen Trappistenbieren erwünscht, da diese oft mit recht hohem Kohlensäure-Anteil aufwarten. Fassungsvermögen: in der Regel zwischen 400 und 430 ml.

Pintglas

Pintglas

Das Pintglas stammt ursprünglich aus England. Ein Pint entspricht in England 568 ml, in den USA 473 ml. Die Form des Pintglases ist immer unten etwas schmaler und nach oben hin breiter werdend. Die Auswölbung oben ist optional beim Pintglas, viele verlaufen gleichmäßig breiter werdend. Diese Glasform eignet sich für eine Vielzahl von Bierstilen, vom britischen Bitter bis zum amerikanischen Double IPA. Von manchen Bier-Sommeliers als zu rustikal verpönt, erfreut sich das Pintglas in der Craftbeer-Szene dennoch großer Beliebtheit.

IPA-Glas

IPA Glas

Hierbei handelt es sich um spezielle, geriffelte Gläser, entwickelt von der Glasmanufaktur Spiegelau. Die Rillen im Griff verursachen eine Zirkulation des Bieres beim Kippen des Glases, was vor allem in der Nase spürbar ist. Vor allem hopfenintensive Biere mit einer komplexen Aromatik entfalten hier ihre ganze Pracht.

Stout-Glas

Stout Glas

Bei Stouts und Porters steht definitiv das Malz im Vordergrund, der Hopfen übernimmt lediglich eine unterstützende Funktion. Diese Biere sind folglich dunkel, vollmundig und oft von starken Röstaromen geprägt. Auch wenn diese Biere gut in Tulpen, Tekus oder Pint-Gläsern funktionieren, bieten sich spezielle Stout-Gläser, wie die von Spiegelau an. Bei dieser Glasform wird auf den geriffelten Stil verzichtet, dafür ist der Körper um so voluminöser und bietet den dunklen Bierstilen genügend Raum, um sich zu entfalten.

Weißbier-/Weizenglas

Weissbier Glas

Es gibt ein paar gute Gründe, warum Weißbier seit eh und je aus dem typischen Weißbierglas getrunken wird. Da wäre zum einen die Hefe, die sich am Boden der langen, schlanken Gläser absetzen kann ohne beim Trinken direkt im Mund zu landen. Außerdem kann sich der wunderschöne Schaum, wie man ihn von vielen Weißbieren kennt, lange halten. Viele Weißbiergläser sind darüber hinaus relativ dickwandig, was eine schnelle Erwärmung des Bieres verhindert. Fassungsvermögen: 500ml.

Kölsch-Stange

Kolschstange

Für das Kölsch wird in der Regel nur eine Glasform verwendet: die Stange. Dieses lange, dünne Bierglas ist typisch deutsch und passt zu kaum einem anderen Bierstil. In manchen Bars kann es passieren, dass auch ein Pils oder ein Helles in der Stange serviert werden. Die Kölschstange ist schmal und zylindrisch. Sie fasst nur 0,2 Liter, was zur Folge hat, dass selten nur ein Kölsch getrunken wird. Die schmale Form verhindert das Schalwerden des Bieres.

Pilstulpe

Pils Glas

Das Pilsglas unterstreicht den herben Charakter seines Inhalts und soll vor allem den stabilen Schaum möglichst lange aufrecht erhalten. In der Regel handelt es sich beim Pilsglas um ein tulpenförmiges Glas. Die Pilstulpe ist neben dem Willybecher das am weitesten verbreitete Bierglas in Deutschland. Es handelt sich um ein recht schmales, hohes Glas mit einem leicht bauchigen Schwung.

Auch hier gilt: In der Regel wird in einem Pilsglas auch nur Pils serviert.

Willybecher

Glasform Willybecher

Vor allem in Bayern, aber auch im Rest Deutschlands, ist bei Lagerbier der sogenannte Willybecher extrem beliebt. Das 0.5 Liter fassende, leicht doppelkonische Bierglas wurde 1954 von Willy Steinmeier erfunden. Der Mitarbeiter der Ruhrglas GmbH gilt somit als Begründer des meistverkauften Bierglastyps in Deutschland.

Was, wenn kein geeignetes Bierglas zur Hand ist?

Die Frage lässt sich ganz einfach beantworten: In der Regel ist ein bauchiges Rotweinglas ein idealer Ersatz für die meisten Biergläser. Trotzdem gibt es Ausnahmen: Ein gutes Lager kann beispielsweise sogar aus der Flasche hervorragend schmecken.

>> Was ein gutes Bierglas ausmacht, erklärt Christian Kraus von Spiegelau >>

Ein paar Sätze zur Trinktemperatur

Ein allgemein vorherrschendes Missverständnis ist, dass Bier eiskalt getrunken werden muss. Viele Aromen können sich erst ab einer gewissen Temperatur entwickeln. Gerade bei schweren Bieren mit hohem Alkoholgehalt empfiehlt sich in der Regel eine Trinktemperature zwischen 12 und 14°C . Ein schönes Experiment ist hier die Gegenüberstellung eines eiskalten Imperial Stouts mit einem, dass eben nicht frisch aus dem Kühlschrank kommt. Die Unterschiede können wirklich erstaunlich sein.

Bierglasformen