Abfüllen und Nachgärung

Ist die Hauptgärung abgeschlossen, kann abgefüllt werden. Die sogenannte Schlauchreife eines Bieres ist erreicht, sobald der Extraktgehalt ca. 0,5 - 1% über dem nichtvergärbaren Restextrakt liegt. Noch hat das vergorene Bier jedoch kaum Kohlensäure. Hier gibt es für den Hobbybrauer zwei Möglichkeiten:

1. Zugabe von (Haushalts-) Zucker: die Hefe verarbeitet diesen in der Flasche zu CO2 und Alkohol. Die empfohlene Menge variiert je nach Bierstil und gewünschtem Kohlensäureanteil. Als Orientierungspunkt empfehlen wir 180 Gramm in etwas Wasser aufgelösten Zucker pro 20 Liter Jungbier.

2. Die Zugabe von Speise: hierzu muss nach dem Würzekochen eine bestimmte Menge der noch heißen Ausschlagwürze in eine sterile Flasche abgefüllt und bis zum Abfülltag kaltgestellt werden. Bei einem 20-Liter-Sud empfiehlt sich eine Speisemenge von 1,5 Litern.

Welche der beiden Optionen gewählt wird, ist dem Brauer überlassen. Wir haben gute Erfahrungen mit der Speise gemacht.

 

Bier-Abfüllen

Abfüllen mit Hilfe eines Abfüllrohres

 

Abgefüllt wird mit Hilfe eines Abfüllrohrs oder über einen Schlauch in sterile Flaschen. Für den Anfang empfehlen wir aus praktischen Gründen Bügelflaschen. Wichtig: Die Flasche nicht komplett befüllen, da das CO2 sich sonst seinen Weg nach außen sucht und die Flasche „sprengen“ könnte. 2 Finger breit Luft nach oben sollten reichen.

In der Flasche sollte das Bier noch 5-7 Tage bei der Temperatur der Hauptvergärung lagern und anschließend nochmal ca. 7 Tage kalt gestellt werden (5-10 Grad Celsius). Ein Bier sollte mindestens 14 Tage nach Abfüllung lagern. Vor allem stärkere, komplexere Bierstile benötigen aber eine längere Lagerzeit, je nach Rezept.

Das fertige Bier kann nun verkostet werden. Hier auf jeden Fall vorsichtig einschenken, um nicht zu viel vom Bodensatz mit ins Glas zu kippen. Prost!

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