Gesundheitsbezogene Inhaltsstoffe von alkoholfreiem Bier

Vitamine und Mineralien in alkoholfreiem Bier

Alkoholfreies Bier enthält grundsätzlich viele B-Vitamine. Wie Sohrabvandi et al. (2010) schreiben, kann so sogar Krankheitsbildern, die auf einen Mangel an Vitamin B1 zurückzuführen sind, durch (alkoholfreies) Bier vorgebeugt werden.

Das Vitaminprofil hängt aber stark davon ab, mit wie vielen und mit welchen Rohstoffen gebraut wurde und auch mit welchem Verfahren das (alkoholfreie) Bier hergestellt wurde. Alkoholfreies Bier enthält in der Regel nicht mehr gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe als alkholfhaltiges Bier, allerdings hat der Alkohol wie bei den B-Vitaminen eine antagonistische Wirkung bei der Verwertung von Vitaminen, so dass der Körper die Vitamine von alkoholfreiem Bier effizienter verwerten kann (Bamforth, 2002). Neben den B-Vitaminen ist vor allem alkoholfreies Bier auch ein Lieferant für Selen, das unter anderem dem Schutz der Körperzellen vor schädlichen freien Radikalen dient. Darüber hinaus weist Bier in der Regel ein hohes Natrium-Kalium Verhältnis auf (in etwa 4:1), womit sich auch die diuretische (harntreibende) Wirkung erklären lässt, da der Mineralstoff Kalium die Aktivität der Nieren anregt. Im Vergleich zu alkoholfreiem Bier ist die diuretische Wirkung von alkoholischem Bier etwas höher, da auch Ethanol eine harntreibende Wirkung besitzt.

 

Proteine und Aminosäuren in alkoholfreiem Bier

Sowohl alkoholfreies als auch alkoholhaltiges Bier enthält in nur sehr geringem Maße Proteine und Aminosäuren. Dennoch ist der Gesamtproteinanteil, sowie das Niveau einzelner wichtiger Proteine, wie zum Beispiel Albumin, wesentlich höher als der Anteil in Wein (Gorinstein et al., 2002).

 

Phenolverbindungen

Durch den Hopfen und das Malz wurden im Bier mehr als 35 Phenolverbindungen identifiziert, wobei 80 bis 90 Prozent der Phenolverbindungen aus dem Malz resultieren, und 10 bis 20 Prozent auf dem verwendeten Hopfen (Sohrabvandi, 2010). Bei Phenolverbindungen handelt es sich um die größte Gruppe der bioaktiven Pflanzenstoffe, die, mit den drei wichtigsten Gruppen der Flavanoide, Phenolsäuren und Tannine, unter anderem das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall reduzieren, sowie auch die Entwicklung diverser Krebserkrankungen hemmen können (Simplelife, 2014). Viele der Phenole können als Antioxidantien dienen. So geht aus epidemiologischen Studien hervor, dass eine Korrelation zwischen dem Verbrauch von Phenolverbindungen aus Lebensmitteln und der Vorbeugung vieler Erkrankungen besteht, die mit den oxidativen Belastungen einhergehen, wie zum Beispiel Krebs und Tumorentwicklung, Diabetes und neurodegenerative Erkrankungen (Morand 1998).

 

Quellen

Bamforth, W. B. (2002) Nutritional aspects of beer—a review, Nutrition Research, 22 (1–2), 2002, pp. 227-237.

Morand, C. (1998) Regulatory, Integrative and Comparative Physiology. American Journal of Physiology, 275, 1 44-1 (1998).

Shela Gorinstein, Abraham Caspi, Elke Pawelzik, Efren Deldago-Licon, Imanuel Libman, Simon Trakhtenberg, Moshe Weisz, Olga Martin-Belloso, Proteins of beer affect lipid levels in rats, Nutrition Research, Volume 21, Issue 8, August 2001, Pages 1159-1169,

Simplelife. (2014). Phenolverbindungen. [online] Available at: http://www.simplelife.de/phenolverbindungen/ [Accessed 26 Apr. 2017].

Sohrabvandi, S, Mousavi, S, Razavi, S, Mortazavian, A, & Rezaei, K 2010, 'Alcohol-free Beer: Methods of Production, Sensorial Defects, and Healthful Effects', Food Reviews International, 26, 4, pp. 335-352.