Witbier

Beim Witbier handelt es sich um eine obergärige belgische Bierspezialität. Dieser auch als "belgisches Weißbier" bekannte Bierstil zeichnet sich durch einen hefearomatischen Geschmack aus, der durch die Hinzugabe von Orangenschalen oder Piment eine typische Charakteristik erhält.

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Charakteristika des Witbiers

Sowohl in der Optik, als auch im Geschmack zeichnet sich das Witbier durch unterschiedliche Charakteristika aus. Im Vergleich zum klassischen Weizenbier (oder auch im bayerischen Raum mehr als Weissbier bezeichnet) das eine stark gelbe bis hin zur orangefarbenen Färbung hat, ist die Farbe des Witbiers auffallend hell und blass. Diese Blässe resultiert vor allem aus dem hohen Anteil an ungemälztem Weizen und hellem Malz (das Verhältnis ist in etwa 50 zu 50 Prozent). Einige Brauer geben dem Witbier sogar etwas Hafer hinzu. Da es nicht filtriert ist, zeigt sich zudem eine deutliche Trübung. Aber nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich hat der hohe Anteil an ungemälztem Weizen einen entscheidenden Einfluss. Neben der deutlich betonten Weizennote, die eher unterschwellig von einem weichen Malz-Aroma begleitet wird, ist das Witbier auch wegen seiner Spritzigkeit bekannt. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Bei den meisten Witbieren geben die Brauer dem Sud oftmals Gewürze hinzu, so ist vor allem die Verwendung von Koriander und Orangenschalen weit verbreitet. Besonders Orangenschalen, oder auch Schalen anderer Zitrusfrüchte, verleihen dem Witbier oftmals einen typischen, leicht fruchtigen Charakter. Aber auch andere Gewürze können das Aromaprofil weiterentwickeln. Die Verwendung von Gewürzen widerspricht dem deutschen Reinheitsgebot.

Typische Charakteristika im Überblick

  • Stammwürzgehalt 11 bis 14 Prozent Plato
  • Alkoholgehalt 4 bis 5 Prozent
  • Höhere Rezenz (prickelnder Geschmack)
  • Grobporigerer Bierschaum
  • Speisen: Eignet sich u.a. zu Fisch, Meeresfrüchten, Pommes frites, Panna cotta
  • Verbrauter Koreander und Orangenschalen
  • Hefearomatisch und "spritzig"
  • unfiltriert

Witbier im Rahmen der Craft Beer Bewegung

Experimentellere Witbiere, wenn auch eher selten so gebraut, können schärfende Gewürze wie Meleguetpfeffer enthalten, wodurch der Geschmack von einer unterschwelligen Schärfe begleitet wird. Die Spritzigkeit und Leichtigkeit wird darüber hinaus durch eine Aufcarbonisierung ergänzt, wodurch das Bier seinen relativ hohen Anteil an Kohlensäure erhält. Bei der Bestellung eines Witbieres, vor allem in Belgien und den Niederlanden, wird diese Spritzigkeit auf den Höhepunkt getrieben, indem zu dem Bier nicht selten eine Zitrone serviert wird. Bei der erstmaligen Verkostung eines Witbieres empfiehlt es sich aber auf die Zitrone zu verzichten. Die dominante Säure der Zitrone überlagert zu sehr das charakteristische Weizen-Aroma, wodurch sich die Persönlichkeit dieser belgischen Bierspezialität nicht ausreichend genug entfalten kann.

Die Bedeutung des Hopfens für ein Witbier

Anders als bei vielen anderen Bieren, spielt die Verwendung von Hopfen beim Witbier keine dominante Rolle. Eher geht es bei diesem Bier darum, mit Hilfe des Hopfens eine dezente Balance gegenüber dem Weizenaroma herzustellen, ohne dass sich dabei ein zu deutlicher Hopfencharakter entwickelt. Aus diesem Grund wird in der Regel nur mit Aromahopfen kaltgehopft, die einen geringen Anteil an Alphasäuren besitzen (z.B. Saphir oder Hallertauer). Der Alkoholgehalt liegt durchschnittlich bei 4-5 Prozent und ist somit vergleichbar mit dem eines deutschen Weizenbieres. Insgesamt eignet sich das Witbier aufgrund seiner Spritzigkeit vor allem für wärmere Sommertage.

Interessante Quellen zum Thema Witbier

http://morebeer.com/brewingtechniques/library/styles/2_4style.html

http://www.bjcp.org/2008styles/style16.php

 

Witbier, Empfehlung der Redaktion

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Witbier Steckbrief:

IBU: 10 - 20 IBU
EBC: 4 - 8 EBC
Alkoholgehalt: 4 - 5 % vol.
Stammwürze: 11 - 14 °P
Speisen: Fisch, Pizza
Hefe: obergärig

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