Märzen

Das Märzen, oder auch Märzenbier genannt, ist ein untergäriger Bierstil, der vor allem im Süden Deutschlands und in Österreich getrunken wird.  Die Stammwürze bei diesem Bierstil liegt in Deutschland bei 13 bis 15 Grad Plato, womit das Märzen zu den Vollbieren zählt und einen durchschnittlichen Alkoholgehalt von 5 bis 6 Prozent aufweist. Somit ist der Alkoholgehalt eines Märzens höher als der eines durchschnittlichen Lagers oder eines Pilsner Bieres. Darüber hinaus hat ein Pilsner Bier keinen malzigen Geschmack, sondern ist ein klar hopfenbetonter Bierstil. Aufgrund der dennoch charakteristischen Nähe zum Lagerbier wird das Märzen häufig auch als stärkere Version des Lagers bezeichnet. Der Geschmack eines Märzen ist zwar leicht malzbetont, abhängig vom Gusto des Brauers kann es aber auch eine deutliche Hopfenbittere als Gegenspieler zur malzigen Süße haben. Insgesamt lässt sich das Märzen als ein kräftiges, vollmundiges und süffiges Bier mit einer herzhaften Würze bezeichnen, das vor allem im Ausland als traditionelles, untergäriges deutsches Bier überaus geschätzt wird. 

Charakteristika des Märzens auf einen Blick

Märzen passt gut zu Braten, Schmorgerichte und Weichkäse

Die Bittere ist mit durchschnittlichen 20 bis 30 IBU leicht höher als die eines Hellen. Dabei sind die malzigen und süßlichen Noten vor allem im Antrunk deutlicher wahrnehmbar, die Bittere kommt im Nachgang zum Vorschein. Neben den beschriebenen geschmacklichen Charakteristika zeichnet sich das Märzen auch durch seine Farbintensität aus, die beispielsweise im Vergleich zu einem Pils etwas intensiver und bernsteinfarbener ist. Das liegt unter anderem daran, dass zum einen mehr Malz verwendet wird. Zum anderen kommen dabei auch häufiger dunklere Karamell-Malze zum Einsatz.

Martin Simion zum Thema Märzen

 

Der Unterschied zwischen dem deutschen und österreichischen Märzenbier

Auch wenn der Begriff des Märzens sowohl in Deutschland als auch in Österreich verwendet wird, gibt es hier deutliche Unterschiede. In Österreich wird das Märzen als Synonym für ein Helles verwendet. Das bedeutet zwar, dass das Märzen auch in Österreich ein untergäriges Bier ist, allerdings hat es etwas weniger Stammwürze und weist somit leicht weniger Alkohol auf (durchschnittlich bei 4 bis 5 Prozent Alkohol). Auch die Balance zwischen Hopfen und Malz ist hier etwas mehr gegeben. Der geschmackliche Fokus liegt somit weniger deutlich auf dem Malz, wodurch österreichische Märzen vergleichsweise weniger vollmundig sind als die deutschen Vertreter dieses Bierstils. Die Farbcharakteristik ist zudem nicht bernsteinfarben, sondern infolge des geringeren Malzeinsatzes zumeist strohgelb.

Das Märzen in der Craft Beer Bewegung

Das Märzen gilt zwar als eines der urtypischsten deutschen Biere überhaupt, dennoch hat es im Zuge der Craft Beer Bewegung eine Art „Entstaubung“ erlebt. Auch wenn bei den Craft Beer Breweries noch nicht so stark verbreitet wie das Pale Ale oder India Pale Ale, so wird auch das Märzen von einigen Brauereien neu interpretiert. So werden beim Märzen häufig auch Aromahopfen verwendet, vor allem beim Hopfenstopfen. Hierdurch bekommt das Märzen neben seiner klassischen Malznote auch eine deutliche florale oder fruchtige Charakteristik. Ebenso gibt es Brauereien, wie die Brauerei Camba in Truchtlaching, die ihr Märzen unfiltriert lässt. Hierdurch entsteht nicht nur eine optisch ansprechende Naturtrübe, die dafür verantwortlichen Trubstoffe unterstützen zudem den vollmundigen und süffigen Geschmack. Hierdurch verkürzt sich allerdings die Haltbarkeit des Bieres deutlich.

 

Das Märzen und Oktoberfestbier

Das Märzen ist gemeinläufig bekannter unter der Bezeichnung Oktoberfestbier. Stilistisch handelt es sich beim Oktoberfestbier also um ein Märzen. Allerdings dürfen als „Oktoberfestbier“nur Biere von Münchner Brauereien deklariert werden, die auch auf dem Oktoberfest vertreten sind. Hierunter fallen die sechs Brauereien:

Der Ursprung des Märzenbieres

Die Frage die sich stellen sollte ist die, warum beim gleichen Bier zwei unterschiedliche Monate in den beiden Bezeichnungen vorkommen (März und Oktober)? Das Oktoberfestbier wird entgegen der Bezeichnung nicht im Oktober gebraut, es ist vielmehr, geschichtlich betrachtet, ein Überschuss des Märzenbieres, das im März gebraut und für die Sommermonate in gekühlten Fässern gelagert wird. Dieser Überschuss des Märzens war kein Übel sondern gewollt. Der Hintergrund hierfür ist, dass, aufgrund eines im Jahre 1539 erlassenen Dekrets, Bier nur zwischen den Monaten September und März gebraut werden durfte, um so der Brandgefahr entgegenzuwirken, die beim Biersieden oftmals entstand. Um den Bedarf an Bier in den Sommermonaten zu decken, wurde also ein Überschuss an Märzen produziert. Kühlungsmöglichkeiten waren zur damaligen Zeit begrenzt, so dass man mit Hilfe eines höheren Alkoholgehaltes das Märzenbier haltbarer gemacht hat. Dieses Prinzip wurde später auch beim India Pale Ale angewandt, um das Bier für die Überfahrt von England nach Indien zu konservieren.

 

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Rieder Märzen

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Märzen Steckbrief:

IBU: 18 - 25 IBU
EBC: 8 - 16 EBC
Alkoholgehalt: 5 - 6 % vol.
Stammwürze: 11 - 13 °P
Speisen: Braten, Tex-Mex
Hefe: untergärig

Märzenbier Empfehlung

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