Bockbier

Bei einem Bockbier handelt es sich um ein Starkbier, es hat also einen Stammwürzegehalt von mindestens 16 Prozent.

Das bedeutet, dass auf 100 Gramm Stammwürze 16 Gramm Extrakt entfallen, der vor allem aus Hopfen und Malz resultiert (eine genaue Definition zur Stammwürze ist hier zu finden). Auch wenn oft zu lesen ist, dass ein Bockbier ausschließlich untergärig ist, so kann ein Bockbier allerdings sowohl untergärig als auch obergärig sein! Dies zeigt schon die Tatsache, dass es den Weizenbock gibt. Richtig ist aber schon, dass die meisten Bockbiere untergärig sind und mit Gerstenmalz gebraut werden. Neben dem Weizenbock sind der Eisbock (hier eine Anleitung zum Selbermachen), der Maibock, sowie der Festbock  weitere Unterkategorien des Bockbiers.

BockbierDer Geschmack des Bockbieres lässt sich als vollmundig beschreiben. Es handelt sich hierbei um kein hopfenbetontes Bier, die latente Hopfenaromatik resultiert aus dem moderaten Einsatz von Bitterhopfen. Die Bittere eines Bockbieres ist aber durchschnittlich eher schwach ausgeprägt, vor allem im Vergleich zum Pilsner oder Export. Sie dient lediglich zum Ausbalancieren der malzigen Süße, steht aber nicht im Vordergrund. Charakteristisch ist vor allem die deutlichere süßliche Malznote, die auch oftmals an Rosinen oder Dörrobst erinnert. Ebenso ist das Bockbier etwas dickflüssiger, was daran liegt, dass es sehr stark eingebraut wird. Durch das starke Einbrauen verringert sich der Wasseranteil im Verhältnis zu den sich im Biersud befindlichen Extrakten. Das Bockbier wird durch das starke Einbrauen aber nicht nur dickflüssiger, es bedingt auch den vollmundigen Geschmack und ist mitverantwortlich für den höheren Alkoholgehalt von durchschnittlich 6 bis 7 Prozent, wodurch es im Mittelalter länger haltbar und somit auch transportfähiger gemacht wurde. Genau diese Transportfähigkeit durch den höheren Alkoholgehalt erinnert an das India Pale Ale. Farblich lässt sich das Bockbier als bernsteinfarben bezeichnen (ca. 40 EBC). Die typischen Charakteristika im Überblick:

  • Gehört zu den Starkbieren (mindestens 16 Prozent Stammwürze)
  • Vollmundiger Geschmack
  • Süßlichere Malznote
  • Dickflüssigere Konsistenz
  • Alkoholgehalt von 6 bis 7 Prozent
  • (meist) Bernsteinfarben, Ausnahme: heller Bock
  • oftmals ein cremiger Bierschaum
  • Geringe Bittere (30 - 35 IBU)

Bockbier und Speisen

Da das Bockbier in der Regel aromatischer und vollmundiger ist als beispielsweise ein Lager oder Pils, empfehlen sich hierzu vor allem deftige Speisen wie

  • Braten
  • Lamm
  • Schinken
  • Hartkäse
  • Bergkäse
  • Blauschimmelkäse

Die Trinktemperatur sollte nicht unter 10 Grad liegen, da sich bei zu niedrigen Temperaturen das malzbetone Aromaprofil nicht ausreichend entfalten kann.

Name und Herkunft des Bockbieres

Entgegen vieler Meinungen, hat das Bockbier nichts mit dem Ziegenbock zu tun. Vielmehr versteckt sich hinter dem Namen Bockbier eine historische Herkunftsbezeichnung, die auf die niedersächsische Stadt Einbeck zurückgeht. Im 14. Jahrhundert hatten die damals 700 Einwohner alle das Braurecht inne, jeder durfte sozusagen sein eigenes Bier brauen. Das Resultat war ein Ausschuss an Bier, der für den Eigenverbrauch viel zu hoch war. Aus diesem Grund hat der Rat von Einbeck diesen Überschuss abgekauft und deutschlandweit vermarktet. Da zur damaligen Zeit der Transport viel Zeit in Anspruch genommen hat, wurde das Bier stark eingebraut. Der Alkoholgehalt wurde erhöht, was das Bier für die Transportwege haltbarer gemacht hat. Über die Stadtgrenzen hinaus entwickelte sich das Einbecker Bier somit zu einem der beliebtesten Biere. Selbst Martin Luther hat das Einbecker Bier mit folgenden Worten überaus gelobt: „Der beste Trank den einer kennt, der wird Einbecker Bier genennt“. Auch am bayerischen Hof erfreute sich das Einbecker Bier großer Beliebtheit, allerdings wurden dem Herzog Wilhelm V die maßlosen Zollimporte zu teuer. Er ließ daher im Jahr 1592 das staatliche Hofbräuhaus in München erbauen, in dem das Einbecker Bier kurzerhand selbst gebraut werden sollte. Geschmacklich konnten die Biere aber nie ganz an das Einbecker Bier heranreichen, so dass er 1614 den Braumeister Elias Pichler aus Einbeck nach München holte, was in der damaligen Zeit einer Industriespionage gleichkam. Durch Sprachverschleifung sprach man vom Einbeckische oder vom Einböck. Später wurde daraus das Oambock, bis sich schließlich das heutzutage bekannte Bockbier im Sprachgebrauch durchgesetzt hat.

Warum enden so viele Bockbiere auf "-ator"?

Während des 30-jährigen Krieges brauten die Mönche um den Heiligen Franz von Paula ein Starkbier, genannt „Sankt-Vaters-Bier“. Da dieses Bier auch außerhalb der Klostermauern großen Anklang fand, wollten weltliche Brauereien auf den Zug aufspringen und Biere mit ähnlichen Namen auf den Markt bringen. Um sich begrifflich vom ursprünglichen "Sankt-Vaters-Bier" abzusetzen, änderten sie den sperrigen Namen in "Salvator". Nachdem jedoch König Ludwig I. durchsetzte, dass nur das Starkbier seiner "Zacherl-Bräu" diesen Namen tragen darf, kreirten die anderen Brauereien Bockbiere mit ähnlich klingenden Namen. So entwickelten sich im Laufe der Zeit immer mehr Biere mit der Endung "-ator", wie der Animator oder der Maximator.

Bockbier Arten

Es gibt unterschiedliche Arten von Bockbieren. Neben dem beschriebenen klassischen Bockbier gibt es noch den Maibock, den Festbock, den Weizenbock, den Eisbock und den Doppelbock.

Doppelbock

Doppelbock ist eine stärkere Version des klassischen Bockbieres. Die drei wesentlichsten Unterschiede des Doppelbocks im Vergleich zum Bockbier ist ein höherer Alkoholgehalt, der bis zu 13 Prozent betragen kann, ein höherer Anteil an Stammwürze (ab 18 Grad Plato) sowie eine noch dunklere Farbe. Die eigentliche Unterscheidung zwischen Bockbier und dem Doppelbock resultiert aus einer älteren Gesetzgebung, nach der Bockbiere einen Stammwürzeanteil von mindestens 16 Prozent aufweisen müssen, Doppelbock Biere einen Stammwürzeanteil von mindestens 18 Prozent.

Maibock

Der Maibock wird auch als heller Bock bezeichnet, da er im Vergleich zum klassischen Bockbier eine hellere Färbung besitzt als das klassische Bockbier. Das liegt daran, dass etwas weniger Malz verwendet wird und mehr Hopfen. Geschmacklich ist der Maibock daher weniger süßlich als das klassische Bockbier, und zudem etwas hopfenintensiver. Die Bezeichnung Maibock resultiert aus der Zeit in der es ursprünglich verkauft wurde (April, Mai, Juni).

Festbock

Die Bezeichnung des Festbocks ist überwiegend in Österreich geläufig. Der Festbock ist ein saisonales Bockbier, da er überwiegend für das Weihnachtsfest gebraut wird. Die Brauweise des Festbocks ist in der Regel etwas experimenteller, so dass auch unterschiedliche würzige Aromahopfen und Malzsorten zum Einsatz kommen (beim klassischen Bockbier spielt der Hopfen nur eine untergeordnete Rolle). Ebenso wird ein Festbock in der Regel auch länger gelagert und gereift, wodurch Hopfen und Malz noch mehr "ineinandergreifen".

Eisbock

Der Eisbock ist ein sehr alkoholhaltiges Bier, da durch Einfrieren dem Bier Wasser entzogen wird, wodurch sich der Alkoholgehalt konzentriert. Mit Hilfe dieser Methode werden die stärksten Biere der Welt hergestellt, so ist das Schorschbock 57 mit seinen 57 Prozent Alkohol ein Eisbock

Weizenbock

Der Weizenbock unterscheidet sich vom klassischen Bockbier hinsichtlich des verwendeten Weizens (daher auch die Bezeichnung Weizenbock). Es handelt sich somit um ein Weizenbier, das, wie es bei Bockbieren charakteristisch ist, stark eingebraut wird (es wird viel Wasser verkocht, wodurch die Maische dickflüssiger ist). Während bei den Bockbieren der Hopfen eine eher untergeordnete Rolle spielt, ist er vor allem beim Weizenbock in seiner Bedeutung noch mehr zu vernachlässigen

(hier sind alle Informationen und Charakteristika zum Weizenbier zu finden).

 

Bockbiere, Empfehlung der Redaktion

Pax Bräu Maibock

Pax Bräu Maibock

Pax Bräu

Giesinger Winterbock

Giesinger Winterbock

Giesinger Bräu

Anniversator Nr. 1

Anniversator Nr. 1

Munich Brew Mafia

RoBock

RoBock

Pax Bräu

Altbier-Bock 2.0

Altbier-Bock 2.0

Privatbrauerei Sander

Bock O'Range

Bock O'Range

Wildwuchs Brauwerk

 

 

Bockbier Steckbrief:

IBU: 25 - 35 IBU
EBC: 30 - 40 EBC
Alkoholgehalt: 6 - 7% vol.
Stammwürze: 16 - 17 °P
Speisen: BBQ, Braten, Käse
Hefe: obergärig und untergärig

Neuste Bierbewertungen: