Berliner Weisse

Die Berliner Weisse ist ein Sauerbier. Es hat aufgrund des leicht säuerlichen Geschmacks, des relativ geringen Alkoholgehalts von durchschnittlich 2 bis 3 Prozent und den oftmals verbrauten Früchten wie Rhabarber oder Himbeeren, einen sehr erfrischen Charakter. Der säuerliche Geschmack wird durch die Hinzugabe von Milchsäurebakterien (Lactobazillus) erzeugt.

Was zeichnet eine Berliner Weisse aus?

Die Berliner Weisse ist ein obergäriges Weizenbier, gebraut mit Gersten- und Weizenmalz. Zusätzlich zur obergärigen Hefe sind bei diesem Stil die Milchsäurebakterien (Lactobazillus) unerlässlich, die dieses leichte Schankbier nicht nur säuerlich sondern auch extrem haltbar machen. Die Berliner Weisse zählt somit zur Gattung der Sauerbiere. Die ursprüngliche Brauweise sah eine zusätzliche Flaschengärung mit Brettanomyces vor. Viele Brauereien verzichten heute auf diesen Schritt, da er zeitaufwändig ist und den Geschmack des Bieres leicht in Richtung „Pferdedecke“ beeinflusst. Puristen wollen jedoch genau diesen charakteristischen Geschmack und empfinden eine Berliner Weisse ohne Brettanomyces geradezu als ketzerisch.

Wie schmeckt Berliner Weisse?

Die Berliner Weisse zählt zur Gattung der Sauerbiere. Wie der Begriff schon andeutet, handelt es sich um ein leicht säuerliches Bier, dass je nach verwendeter Hefeart auch brotige Nuancen aufweisen kann. Das verwendete Weizenmalz ist im Geschmack zwar meist wahrnehmbar, die erfrischende Säure dominiert aber in der Regel. Kommt bei der Gärung Brettanomyces zur Anwendung, weist die Berliner Weisse auch die für diese Hefeart typischen "Pferdedecken" oder "Pferdestall-Aromen" auf. Grundsätzlich lässt sich zur sensorischen Wahrnehmung bei diesem Bierstil sagen, dass es sich um ein leichtes, erfrischendes Bier handelt, dessen geschmackliche Ausprägungen eher subtil agieren. Im Rahmen der Craft Beer Bewegung erfährt dieser Bierstil wieder zunehmender Beliebtheit. Für die Berliner Weisse werden immer häufiger zusätzlich Früchte wie Himbeeren, Erdbeeren oder Rhabarber vergoren, da die dadurch entstehenden fruchtigen Aromen sehr gut mit der säuerlichen Charakteristik der Berliner Weisse harmonieren und den erfrischenden Charakter des Bieres unterstreichen.

 

berliner weisse infografik

Wie sah die Entwicklung der Berliner Weisse aus?

Die Berliner Weisse, oder auch Berliner Weissbier genannt, ist ein alter, deutscher Bierstil. Bereits im 16. Jahrhundert soll es ähnliche Biere gegeben haben. Als richtungsweisender Begründer gilt der Hannover Brauer Cord Broihan, der 1526 ein erstes Weißbier braute, das im Laufe der Jahre weiterentwickelt und optimiert wurde. Schnell mutierte die Weisse zu einem der beliebtesten deutschen Bierstile. Im 18. und frühen 19. Jahrhundert erlebte die Berliner Weisse dann ihren absoluten Höhepunkt in Deutschland. Zeitweise gab es allein in Berlin mehr als 700 Weisse Lokale gleichzeitig. Hier wurde die Berliner Weisse irgendwann als „Champagner des Nordens“ gefeiert. Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Berliner Weisse und alle anderen sauren Bierstile, wie die Gose, immer unbeliebter, was beinahe zur völligen Ausrottung des Stils geführt hätte. Inzwischen erleben Sauerbiere, spätestens seit Aufkommen der Craftbeer-Bewegung, ein spürbares Revival. Dennoch ist Deutschland weit hinterher: 2015 wurden weltweit über 1.000 verschiedene Berliner Weisse Biere gebraut. Die meisten davon in den USA. Hierzulande waren es 5.

Berliner Weisse mit Schuss

Je unbeliebter saure Bierstile in Deutschland wurden, desto beliebter wurde das Mischen eben dieser Biere mit süßem Sirup. Die Berliner Weisse mit Schuss ist nichts anderes, als eine Berliner Weisse mit einem Schuss Sirup – beliebt sind vor allem Himbeer- oder Waldmeistersirup. Traditionalisten lehnen diese Praktik, die vor allem in Berlin und Brandenburg sehr beliebt ist, rigoros ab, da sie einen alten und wichtigen deutschen Bierstil zum Bier-Mischgetränl verkommen lässt. Um der Berliner Weisse dennoch auf natürliche Weise einen fruchtigen Charakter zu verleihen, werden von experimentellen Brauern oft auch zusätzlich Früchte wie Himbeeren, Erdbeeren oder Rhabarber vergoren.

Sebastian Sauer von Freigeist Bierkultur über Berliner Weisse:

 

Welche Brauereien brauen nach wie vor Berliner Weisse?

In Deutschland sind vor allem die Berliner Brewbaker Brauerei, BRLO, Schneeeule und die Freigeist Bierkultur von Sebastian Sauer zu nennen. Daneben versuchen sich immer mehr internationale Craft-Brauer an diesem faszinierenden Bierstil, darunter The Bruery aus Kalifornien oder New Belgium aus Colorado. Michael Lembke von BRLO war so nett, uns 5 Fragen zu Thema "Berliner Weisse" zu beantworten >> Zum Interview

 Die Berliner Weisse in Berlin - Empfehlungen für Lokalitäten

Berliner Weisse, Empfehlung der Redaktion

BRLO Berliner Weisse

BRLO Berliner Weisse

BRLO

Orange Boom

Orange Boom

Siren Craft Brew

Rhabarber Weisse

Rhabarber Weisse

Onkel Bier

 

 

Berliner Weisse Steckbrief:

IBU: 3 - 8 IBU
EBC: 5 - 8 EBC
Alkoholgehalt: 2 - 3% vol.
Stammwürze: 7 - 8 °P
Speisen: Thai-Curry, Sushi
Hefe: obergärig

Interview zu "Berliner Weisse" mit Michael Lembke

5 Fragen zum Thema "Berliner Weisse" mit Michael Lembke

Michael Lembke ist Braumeister bei BRLO und damit noch ein relativer Neuling in der Deutschen Craftbeer-Szene. mehr Lesen

Review zu "Berliner Weisse" von BRLO

Berliner Weisse (BRLO)

Nicht wundern: Wir wissen bis heute nicht wirklich, wie man BRLO richtig ausspricht. Was wir aber wissen: BRLO ist der alte slawische Name für Berlin und gleichzeitig eine relativ junge... mehr Lesen

Neuste Bierbewertungen: