Altbier

Das Altbier, meist auch einfach nur Alt genannt, ist ein dunkles, obergäriges Bitterbier mit einem durchschnittliche Alkoholgehalt von 4 bis 5 Prozent. Das Altbier entsprang einer rebellischen Haltung einiger Braumeister aus der Region des Niederrheingebietes im 19. Jahrhundert. Das 19. Jahrhundert war die Zeit des Lagerbieres, und somit die Zeit der untergärigen Brauweise. Viele Brauer sahen die Tradition der Bierkultur gefährdet und widersetzten sich diesem Trend zu Gunsten der alten, obergärigen Brauweise. Das „Alt“ bezieht sich somit auf die alte, im Sinne von der ursprünglichen Vergärung. Oftmals ist auch zu hören, dass die Namensgebung der lateinischen Bezeichnung „altus“ geschuldet ist, was mit „hoch“ zu übersetzen wäre und sich somit auf die obergärige Brauweise bezieht. Diese Herleitung entspricht allerdings nicht dem Namensursprung des Altbieres. Heute ist das Altbier vor allem in Düsseldorf, Krefeld und Mönchengladbach eine Art Wahrzeichen und auch die am meist konsumierte Biersorte.

Inhaltsverzeichnis:

Infografik: Charakterstika des Altbiers auf einen Blick

altbier infografik

Charakteristika des Altbieres

Das Altbier hat in der Regel einen Gehalt an Stammwürze von 11 bis 12 Prozent. Wird das Alt als Festbier gebraut, es wird dann auch als „Sticke“ bezeichnet, liegt der Anteil an Stammwürze bei 14 bis 15 Prozent. Die Farbwerte des Altbieres liegen bei 25 bis 38 EBC, was kupferfarbenen und bräunlichen Tönen entspricht. Verursacht wird diese dunklere Farbe durch den Einsatz von Münchner Malz. Verwendet wird zwar auch Pilsener Malz, bei der Zusammensetzung der Schüttung liegt der Anteil an Münchner Malz im Vergleich zum Pilsner Malz aber in etwa bei 2,5 : 1. Bittere ist durchschnittlich bis deutlich betont und liegt zumeist zwischen 27 bis 40 IBU. Eine Ausnahme bildet hier das Altbier DoppelSticke Edition 1862 der Brauerei Uerige, das sogar 75 IBU aufweist. Das Aromaprofil wird durch den Malzcharakter dominiert, das Hopfenaroma kommt eher subtil zum Ausdruck. Anders verhält es auch hier sich bei der starken Version „Sticke“, bei der durchaus eine betont deutliche Hopfenbittere wahrzunehmen ist. Verwendung im Rahmen des Brauprozesses finden vor allem Bitterhopfen wie Spalt Select, Magnum, Taurus oder Merkur (letzterer hat einen Anteil an Alphasäuren von 13,7 Prozent).

 

Altbier Brauereien

Abgesehen von Brauereien wie Diebels oder der Düsseldorfer Privatbrauerei Frankenheim, die seit 2005 mehrheitlich zur Warsteiner Brauerei gehört und seit 2009 nur noch als Produktmarke weiter fortbesteht, gibt es dennoch einige kleine Brauereien, die Altbier brauen. Beispiele für kleinere Brauereien, die Altbier produzieren:

Craft Beer und Altbier

Auch wenn die Anzahl an Altbierbrauereien stark zurückgegangen ist, bestehen dennoch aufgrund des regionalen Bezuges und dem damit einhergehenden Lokalpatriotismus einige kleine Brauereien, die dem Gedankengut der Craft Beer Bewegung entsprechen. Ein weiteres Wesensmerkmal der Craft Beer Bewegung, experimentellere Rezepturen und Brauweisen, finden sich beim Altbier nur sehr begrenzt wieder. Eine Ausnahme stellt die Brauerei Uerige dar, die ein Altbier braut, das durch die einjährige Lagerung in einem Whiskyfass ein komplett von anderen durchschnittlichen Altbieren abweichendes Aromaprofil aufweist, einen sehr hohen Alkoholgehalt aufweist (11,8 Prozent) und ebenso hohe Bitterwerte (75 IBU).

 

 

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Uerige Doppelsticke Edition 1862

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Altbier Steckbrief:

IBU: 25 - 40 IBU
EBC: 25 - 38 EBC
Alkoholgehalt: 4 - 5% vol.
Stammwürze: 11 - 14 °P
Speisen: Süße Desserts, Braten, Ente
Hefe: obergärig

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